Im Januar 1947 wurde ich in Pinneberg geboren. Meine Eltern führten dort ein Tabakwarenfachgeschäft. Nach der Schulzeit, 2 Jahre Handelsschule in Hamburg und der Ausbildung zum Kaufmann arbeitete ich im elterlichen Geschäft.

Seit meinem 16.Lebensjahr bin ich begeisterter Pfeifenraucher und schon damals keimte in mir der Wunsch einmal auf einer beliebten Nordfriesischen Insel Tabakspfeifen zu fertigen. Viele der bekannten dänischen Pfeifenmacher waren Vorbilder für mich.

Wie so oft im Leben gehen Wünsche nicht sofort in Erfüllung und so übernahm ich zunächst mit meiner Frau Erika 1970 das elterliche Geschäft.

1982 richtete ich mir im Keller meines Hauses eine Werkstatt ein, um meinen Pinneberger Pfeifenkunden einen schnellen und guten Reparaturservice für Pfeifenmundstücke und andere kleinere Reparaturen anzubieten. Bisher diente der Werkstattraum „dem Hobbyfotografen Becker“ als Dunkelkammer.

Rainer Barbi, stand mir mit Rat und Tat bei der Einrichtung der Werkstatt zur Seite. Er empfahl mir nicht nur Reparaturen durchzuführen, sondern auch mal eine Pfeife für mich selbst zu fertigen. Um das „Know how“ zu erlangen, durfte ich ihm beim Fertigen seiner edlen „Stücke“ über die Schulter schauen.

Gesagt, getan, eines Tages hielt ich stolz die erste selbstgemachte „Freehand“ in der Hand und war glücklich sie  endlich rauchen zu können. Einige meiner Pinneberger Pfeifenkunden sahen mich mit meiner „Ersten“ und wollten  eine von mir handgemachte „Freehand“ erwerben.

Also ran ans Werk, und so verkaufte ich acht Jahre lang mit immer größerem Erfolg, Tabakspfeifen aus eigener Produktion in meinem Laden.

1990 entschieden wir uns das Geschäft zu schließen, da ich mich von nun an ganz dem „Pfeifenmachen“ widmen wollte.

Nun endlich ging der lang gehegte Wunsch in Erfüllung. Ich wurde freier Pfeifenmacher wie meine Vorbilder, die Dänen.

Kreativität versuche ich mit präzisem Handwerk zu verbinden. Langsam aber stetig kann ich immer mehr Fachgeschäfte in Deutschland zu meinen Kunden zählen. Formenvielfalt, schöne Maserung und exakte Verarbeitung mit viel Liebe fürs Detail überzeugten. Beste Plateauware wird mit handgeschliffenen, bissfreundlichen Mundstücken versehen.

Um Verwechslungen vorzubeugen, firmiere ich seit einiger Zeit unter dem Namen „Paulpipes“.

„Paulpipes“ gibt es in drei Ausführungen: in Hell Orange, in Dunkel und in einem warmen Braunton, alle mit Carnaubawachs poliert – kein L A C K ! Jede Pfeife ist komplett von mir allein handgemacht, von der Freihandbohrung über den Grob-und Feinschliff bis hin zur Beizung und der natürlichen Politur, der Einrauchpaste im Kopf, einschließlich des handgeschnittenen Mundstücks.

Alle Pfeifen sind  k i t t f r e i ! Sie weisen allenfalls kleinere „Spots“ (kleine Einschlüsse im Holz) auf, die das Rauchvergnügen keines Falles schmälern, n u r den Preis. Pfeifenholz ist ein Naturprodukt und somit ist kein Stück identisch mit einem zweiten. „Spotfreie“ Pfeifen sind deshalb sehr selten und damit natürlich auch wertvoller und teurer.

Eine vor zwanzig Jahren von mir entwickelte Spezialität ist die Tabakspfeife mit dem herausnehmbaren Holm-Mittelteil. Sie kann geraucht werden wie eine Lesepfeife oder mit fehlendem Mittelteil wie eine „Normale“. Der Kopf ist in Form einer Kugel oder mit Facettenschliff zu haben, immer wieder verändert und soweit möglich auch verbessert. Das „gute Stück“ erfreut sich größter Beliebtheit.

Durch Pfeifenmacheraktionen in Tabakwarenfachgeschäften konnten mich schon viele Kunden persönlich beim Pfeifenmachen kennen lernen. „Paulpipes“ bekommt man in Deutschland und Österreich nur über den Fachhandel.

Seit einiger Zeit besitze ich auch eine Internet-Web-Seite (s.o.), worauf Sie alle Händleradressen meiner Tabakspfeifen finden können. Außerdem können Sie einen kleinen Einblick in mein Schaffen gewinnen.

Auch im Ausland habe ich in den letzten vier Jahren einige treue Kunden dazu gewonnen.

Pro Jahr verlassen ungefähr 200 Tabakspfeifen meine Werkstatt.

Sowohl Pfeifen mit Filter, als auch Pfeifen ohne Filter werden von mir gefertigt.

Jede Filterpfeife hat einen exakt angepassten herausnehmbaren Adapter und ist ohne Filter rauchbar.

Viele Arbeitsgänge sind nötig, bis ein „Schmuckstück“ die Werkstatt verlassen kann und meiner Qualitätskontrolle genügt.

So bin ich mit ungefähr 200 Tabakspfeifen pro Jahr bei meinem Limit angekommen, denn Authentizität und Qualität hat bei mir absoluten Vorrang.

Ihr Paul Becker